Über die Erprobungsstufe informiert auch unsere Pascal-Startinfo für neue Fünftklässler! 

Die Erprobungsstufe dient der Erprobung, Förderung und Beobachtung der Schüler/innen, um in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten die Entscheidung über deren Eignung für das Gymnasium sicherer zu machen. Dabei bilden die Klassen 5 und 6 eine pädagogische Einheit. Der Übergang von Klasse 5 nach 6 erfolgt ohne Versetzungsentscheidung, damit die Kinder sich in Ruhe entwickeln können.

Die Arbeit in der Erprobungsstufe knüpft an die Arbeit in der Grundschule an, führt aber in steigendem Maße und in angemessenen Schritten zur Arbeitsweise des Gymnasiums. Die unterschiedlichen Voraussetzungen, die die Kinder aus den verschiedenen Grundschulen mitbringen, sollen angeglichen und auf eine aufbaufähige Grundlage gestellt werden.

„Sanfter Übergang von der Grundschule"
Die Umstellung von der Grundschule auf das Gymnasium ist für viele Kinder ein wichtiger Schritt. Ein neues, wesentlich größeres Schulgebäude, neue Mitschüler/innen und neue Unterrichtsfächer, für viele Fächer ein anderer Lehrer und insgesamt umfangreichere und höhere Lernanforderungen verunsichern viele Kinder.
Deshalb sieht unser Übergangskonzept eine behutsame Eingewöhnungsphase vor, um Umstellungsschwierigkeiten so gering wie möglich zu halten. Dabei haben sich folgende Maßnahmen bewährt:

  • An einem Nachmittag, ca. 4 Wochen vor Sommerferienbeginn, am Ende des 4. Schuljahres lernen die zukünftigen Sextaner die beiden Klassenleiter, ihre Mitschüler/innen in dem späteren Klassenraum kennen. Sie erhalten das Pascal-Spezial, eine Sonderausgabe unserer Schulzeitung, in der ehemalige Schüler/innen der Jahrgangsstufe 5 immer wiederkehrende Fragen von Grundschulkindern zum Schulleben am Pascal-Gymnasium beantworten und die neuen Lehrer/innen vorstellen.
  • Die Zusammenstellung der Klassen berücksichtigt neben den persönlichen Wünschen u.a. Busanbindungen und Wohngebiet, so dass ein Kennenlernen und ein gegenseitiges Besuchen erleichtert wird.
  • In der ersten Schulwoche gilt ein besonderer Stundenplan, in dem schwerpunktmäßig die Klassenleitungen und die Hauptfächer berücksichtigt werden, um einen sanften Übergang vom Klassenlehrerprinzip der Grundschule zum Fachlehrerprinzip des Gymnasiums zu ermöglichen. Diese Regelung schafft außerdem Zeit, die Schule und die Klassenleitungen gründlich kennen zu lernen und sich in die neue Klassengemeinschaft einzuleben. Die Woche endet mit einem gemeinsamen sportlichen Wettkampf der Klassen.
  • Weitere außerunterrichtliche Aktivitäten, z.B. ein Spielnachmittag mit Eltern, Wanderungen, Weihnachtsfeiern u.ä. fördern das Miteinander aller Beteiligten. Am Ende des Schuljahres oder zu Beginn der Jgst. 6 findet eine gemeinsame dreitägige Klassenfahrt nach Nottuln statt.
  • Der Unterricht in der Erprobungsstufe wird im Kern erteilt von Lehrer/innen, die über langjährige Unterrichtserfahrung in dieser Stufe verfügen. Sie verstehen sich als Team, das in einem intensiven fachlichen, fächerübergreifenden und pädagogischen Austausch steht.
  • Die Klassenpaten, meist aus der Jgst.10, betreuen die neuen Sextaner und helfen in der Phase der Neuorientierung; sie begleiten sie im Schulalltag, bei Festen und Wandertagen.
Es ist für uns wichtig, dass die neuen Sextaner am Pascal-Gymnasium sich wohlfühlen, mit Freude lernen und ihre Aktivität, Begabung und Phantasie ausleben können.

Selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen
In unserer Erprobungsstufe wird an Formen selbstverantwortlichen und selbstgestalteten Arbeitens, die in der Grundschule gelernt und eingeübt worden sind, angeknüpft. Solche Formen sind u.a. die fachspezifische Freiarbeit, das programmierte oder arbeitsteilige Lernen. Die zuverlässige Selbstkontrolle, Kleingruppenarbeit, die gegenseitige Hilfestellung, das systematische Erfassen und Abbauen von Lerndefiziten (Fehlerwörterkartei, Berichtigungsverfahren) und verschiedene Lernstrategien sollen in allen Fächern verstärkt praktiziert werden.

Deshalb wird in der fünften Klasse das Projekt „Lernen lernen" durchgeführt, eine Einführung in grundlegende Lern- und Arbeitstechniken. Hierbei stehen praktische Dinge wie Arbeitsplatzgestaltung, Vorbereitung einer Klassenarbeit, das Erledigen von Hausaufgaben und das Zeitmanagement im Vordergrund. Alle Bemühungen haben ein ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen zum Ziel. Das Projekt „Lernen lernen" wird in der siebten Klasse und später in der Oberstufe fortgesetzt. Es ist eingebettet in ein schulisches Gesamtkonzept, das Schüler/innen durchgängig anleitet, Kenntnisse selbstbestimmend sich anzueignen und dabei ihre Methodenkompetenz zu erweitern und zu festigen.

Fordern und Fördern
Die Vermittlung von Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten stellt einen wesentlichen Bildungsauftrag des Gymnasiums dar. Es ist die Pflicht eines Lehrers, Leistungen von Schüler/innen zu fordern. Der Schüler muss erkennen, dass er nur mit der richtigen Arbeitseinstellung, genügend Durchhaltevermögen und einer entsprechenden Leistungsbereitschaft erfolgreich lernen kann. Neben der Wissensvermittlung und dem selbstständigen Lernen ist für uns die Ausbildung von Kritik und Argumentationsfähigkeit von großer Bedeutung. Bei aller Handlungsorientierung, bei allen Berücksichtigungen spielerischer, kreativer Verfahren hat an unserer Schule die beständige, ruhige und konzentrierte Arbeit Vorrang. Selbstverwirklichung und -bestätigung, Freude am gemeinsamen Lernen und an der eigenen Leistung schließen sich für uns nicht aus.

Auf der anderen Seite ist eine konsequente Förderung schwächerer Schüler/innen eine pädagogische Notwendigkeit. Sie geschieht durch Binnendifferenzierung in den Stunden und durch speziellen Förderunterricht in den schriftlichen Fächern im Anschluss an den Unterricht.

Eine wichtige Aufgabe besteht auch in der Förderung des Sozialverhaltens.Hören auf andere, Toleranz- und Hilfsbereitschaft, Verantwortungsgefühl und Teamgeist sind für uns wesentliche Ziele sozialen Lernens.

Fächerübergreifendes und fächerverbindendes Lernen
Allgemeinbildung wollen wir nicht durch den additiven Erwerb von Spezialkenntnissen verschiedner Fächer erzielen, sondern vor allem durch Vernetzung und Fächerdiskurs. Darum sollen sich fachliches und fächerübergreifendes Lernen gegenseitig ergänzen, damit die Schüler/innen zur Integration und Ordnung ihrer Lernerfahrungen befähigt werden und im ganzheitlichen Denken und Lernen eine wichtige Schlüsselqualifikation für ihr späteres Leben vermittelt bekommen. Vor allem das fächerverbindende Vorgehen begreifen wir als Chance einer Horizonterweiterung für Lernende und Lehrende. Niederschlag finden diese Formen problemorientierten Vorgehens besonders in der Projektarbeit, die die Selbstständigkeit, die Planung- und Organisationskompetenz, die Teamfähigkeit und Methodenbeherrschung der Lernenden fördert.

Fächerverbindende Projekte/Vorhaben werden von Klassenlehrer/innen und Deutschlehrer/innen in den beiden ersten Wochen eines Schuljahres auf der Grundlage der aktuellen Stoffverteilungspläne initiiert. In Klasse 5 wird dabei zum Schuljahresbeginn verbindlich das Vorhaben. „Wir und unsere Schule", ausgehend vom Fach Deutsch, in Zusammenarbeit mit anderen Fächern (z.B. Kunst) durchgeführt. Weitere Themen sind z.B. Tiere (D/Bi) oder Theater (D/Ku/Mu/Fremdsprache). In Klasse 6 erscheinen besonders geeignet die Themen Jugendbuch, Klassenzeitung und Theater. Fächerverbindende Projekte könnten z.B. Parallelperspektive (M/Ku) und Pyramiden (Ge/Ku/M) sein.

Kooperation mit Grundschulen und Eltern
Projektarbeit, Wochenplan und Freiarbeit kennen viele Schüler/innen aus der Grundschule. Durch zahlreiche Hospitationen in der Grundschulen haben wir viele Anregungen erhalten, die wir unter unseren Bedingungen erproben und weiterentwickeln (z.B. fachspezifische Freiarbeit). Erprobungsstufenkonferenzen, zu denen wir die Grundschullehrer/innen grundsätzlich einladen und in die intensive pädagogische Beratung einbinden, bieten Möglichkeiten eines vielfältigen Informations- und Meinungsaustausches. Hier helfen uns die Grundschullehrer/innen mit ihrem umfangreichen Wissen über die Persönlichkeit und das Umfeld des Kindes seine individuelle Förderung zu gewährleisten. Dass wir bei all den pädagogischen Bemühungen eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern pflegen, versteht sich von selbst. Elternsprechzeiten mit der Priorität der schriftlichen Fächer der Jgst. 5, Sprechstunden nur für Schüler/innen und vereinbarte Gesprächstermine mit Eltern sorgen für eine intensive Beratung über die Entwicklung der Kinder. Wenn sich in dem einen oder anderen Fall Schwierigkeiten abzeichnen sollten, kann so frühzeitig und pädagogisch sinnvoll zum Wohle des Kindes gehandelt werden.

Die vielen außerunterrichtlichen Angebote für die Erprobungsstufe, z. B. die Bausteine zur Ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung oder das gemeinsame Mittagessen in der Essbar sollen unseren Schüler/innen über die Klassengrenzen hinweg ein Gefühl von Gemeinsamkeit im schulischen Miteinander und Zusammenleben am Pascal-Gymnasium vermitteln.

W I C H T I G

Schuljahr 2017/2018

Wir freuen uns schon jetzt, Sie und Euch im neuen Schuljahr begrüßen zu dürfen! Die Materiallisten für die neuen 5. Klassen finden Sie hier. Eine Übersicht über die Unterrichts- und Pausenzeiten finden Sie hier.