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Mit dem ausgehenden Schuljahr heißt es am Pascal-Gymnasium wieder Abschiednehmen: Erprobungsstufenkoordinator Lothar Bindewald geht mit 63 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand.

In den letzten Jahren ist es eine kleine Tradition geworden: Wenn eine Kollegin oder ein Kollege in den Ruhestand tritt, muss sie oder er sich, bevor das große Abschiednehmen von Schule, Schülern und Kollegen beginnt, in einem Interview mit der Pascal‐Redaktion der Aufgabe stellen, zu jedem ihrer bzw. seiner Fächer und zu den näheren Zukunftsplänen jeweils einen symbolischen Gegenstand mitzubringen.

Und bei Lothar Bindewald wären die Wetten um die gewählten Gegenstände wohl sehr eindeutig ausgefallen: Auf dem Tisch im Unterstufenbüro liegen – wie wäre es anders zu erwarten gewesen – eine Ausgabe der APO SI (eine Verordnung mit Paragraphen, die u.a. die Erprobungsstufe regeln), ein Fotoapparat und (natürlich!) ein Frosch: „Ich habe Gegenstände mitgebracht, die das repräsentieren, was mich als Lehrer ausgemacht hat“, erklärt er augenzwinkernd seine Auswahl. „Als Erprobungsstufenkoordinator habe ich an der Schule die ‚ökologische Nische‘ gefunden, die meinen Vorlieben entspricht: Die Jüngsten habe ich immer gerne unterrichtet, ihre Spontaneität und Wissbegierde waren für mich immer eine besondere Motivation. Auch die emotionale Beziehung zwischen Schülern und Lehrern ist in den unteren Klassen viel größer. Vielen Kolleginnen und Kollegen sind die 5. Klassen zu wiggelig, aber wenn man als Kontrapunkt einen Oberstufen-LK hat, ist das die perfekte Mischung.“

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Die vielen Sport-, Klassen- und Schulfeste, Konzerte und Theateraufführungen, die er nicht nur als Klassenlehrer erlebt hat, dokumentierte Lothar Bindewald mit der Foto- und Filmkamera. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch eine Kamera auf dem kleinen Tisch vor ihm liegt: „Seit 1994 bin ich der Haus- und Hoffotograf der Schule und habe in den 24 Jahren kaum eine Schulveranstaltung verpasst.“ Unzählige Filme hat er im Laufe der Jahre verknipst, unzählige Speicherkarten bestückt und Fotos digital nachbearbeitet, unzählige Fotowände und Bilderstrecken ausgestattet. Pro Jahr kamen so 30-40 Poster zusammen, die beim Infoabend das Schulleben repräsentierten. Auch für das Pascal-Journal, von dem Lothar Bindewald alle Ausgaben in seinem Keller archiviert hat, lieferte er viel Bildmaterial: „Kurz vor Redaktionsschluss des Pascal-Journals wurde es zu Zeiten der Analogkameras dann immer besonders hektisch: Da haben wir dann für manchmal nur ein Bild einen 36er-Film geopfert und noch schnell über Nacht express entwickeln lassen.“ Wann immer man ein Foto von einem bestimmten Anlass braucht, beispielsweise für die Schulchronik zum 50. Jubiläum im letzten Jahr: Bei Lothar Bindewald ist man an der richtigen Adresse. So freuen sich alljährlich bei der Abiturentlassfeier Abiturienten und Eltern über die kleinen Filmchen, die fast acht Jahre vorher von den Fünftklässlern aufgenommen wurden und nun den jungen Erwachsenen ihre Entwicklung vor Augen führen. Seine Leidenschaft fürs Fotografieren brachte Lothar Bindewald in Zusammenarbeit mit Profi-Fotografen in diversen Foto-AGs und -Projekten auch seinen Schülern näher: „Dabei habe ich selbst auch noch eine Menge gelernt.“

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Und der dritte Gegenstand? Natürlich ein Frosch! Auch wenn die Geschichte dahinter wohl inzwischen durch detaillierte Erläuterungen von Lothar Bindewald bekannt sein dürfte, sei sie hier noch einmal kurz erzählt: Die Liebe Lothar Bindewalds zu Reptilien und Amphibien fing bereits im zarten Alter von 10 Jahren an, als seine Eltern ihm anstatt des gewünschten Löwenbabys zu Weihnachten dann doch lieber ein Terrarium mit zwei Smaragdeidechsen schenkten. Den Smaragdeidechsen folgte ein Chamäleon, das auch noch bleiben durfte, als Lothar Bindewald mit 15 Jahren zum ersten Mal bei einem Nachbarn Pfeilgiftfrösche sah: „Das war wirklich Liebe auf den ersten Blick! Selbst für jemanden, der wie ich unter einer Rot-Grün-Schwäche leidet, ist die Farbvielfalt dieser kleinen Tiere unglaublich faszinierend!“ Die eigentlich in Mittel- und Südamerika beheimateten Pfeilgiftfrösche züchtet er im Terrarium im Arbeitszimmer („Mit den von mir gezüchteten Fruchtfliegen als Futter produzieren sie auch kein Gift.“), im eigenen Gartenteich heimische Exemplare. Die besucht er auch regelmäßig mit seinen Klassen und NaWi-Bausteinen, „denn in der 5. Klasse steht erfreulicherweise „Froschentwicklung“ im Lehrplan!“ Überhaupt unterrichtet er gerne mit lebenden Tieren, die Kolleginnen und Kollegen, die im Lehrerzimmer in seiner Nähe sitzen, können davon ein Lied singen: Froschlaich, Insekten, Spinnen, Kaulquappen, Fauchschaben – es gibt fast nichts, was nicht schon einmal unerwartet auf seinem Tisch gestanden hat, wenn man gerade in sein Pausenbrot beißen wollte. Auch das Aquarium, das bis zum Umbau im letzten Jahr über 20 Jahre einen festen Platz in der Pausenhalle hatte, wurde liebevoll von ihm gepflegt.

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Die Liebe zum Frosch ist jedoch unübersehbar: Froschkostüm zu Karneval, Froschfedermäppchen für die Stifte, Froschstempel mit personalisierten Sprechblasen („Da wird je nach Leistung fein differenziert!“) als Belohnung für Tests, Klassenarbeiten und Klausuren – so wird Lothar Bindewald vielen Schülergenerationen in Erinnerung bleiben.

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Was gibt es noch über den Menschen hinter diesen drei Gegenständen zu erzählen? Der Lebenslauf von Lothar Bindewald ist wohl, was die ersten beiden Jahrzehnte angeht, gar nicht so untypisch für einen Uppenberger: Geboren 1955, besuchte er erst die Martin-Luther-Grundschule, um dann 1974 am Schillergymnasium seine Abiturprüfungen abzulegen. Auch zum Studium blieb Lothar Bindewald in seiner Heimatstadt, wo er an der WWU Münster Biologie und Sport auf Lehramt studierte – und bereits ab 1978 wieder in der Schule stand, als er neben dem Studium an seiner alten Schule eine Lerngruppe unterrichtete. „Zum Wehr- oder Ersatzdienst musste ich nicht, da ich als junger Mann 10 Jahre neben Schule und Studium bei einer Werksfeuerwehr in Münster im Katastrophenschutz tätig war. Das war im Nachhinein mein großes Glück: Dadurch, dass ich bereits 1980 mit dem Studium fertig war und dann auch noch mein Referendariat in Bocholt durch meine Erfahrungen als junger Biologie- und Ruderlehrer am Schiller verkürzen konnte, bekam ich vor dem großen Einstellungsstopp Anfang der 1980er-Jahre gerade eben noch meine erste Stelle.“ Dafür nahm Lothar Bindewald auch die tägliche Fahrzeit ins Ruhrgebiet in Kauf, wo er von 1983 bis 1989 an der Gesamtschule Marl unterrichtete, bis er ans Galilei-Gymnasium nach Hamm wechselte. Im August 1994 wurde dann einem Versetzungsantrag nach Münster stattgegeben – seitdem unterrichtet Lothar Bindewald am Pascal-Gymnasium. „Wenn man 24 von 40 Jahren an einer Schule unterrichtet hat, die auch noch die Wunschschule ist, dann entsteht schon eine besondere Bindung.“ Dem Namen Bindewald begegnet man tatsächlich an mehreren Stellen der Schule und ihrer Geschichte, denn auch Tochter Alina und Sohn Kendal sind ehemalige Pascaler, und viele Fotocollagen, die das Schulgebäude zieren, stammen aus der Hand seiner Frau Corinna.

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Warum aber, die Frage sei an dieser Stelle erlaubt, verabschiedet sich Lothar Bindewald vorzeitig vom Lehrerleben an seiner Wunschschule? Die Antwort ist unerwartet, aber verständlich: „Unser Job lässt einem engagierten Lehrer wenig Freizeit. Ich habe immer gerne gearbeitet, aber jetzt möchte ich einfach auch anderen Interessen nachgehen können. Und in drei Jahren, mit 66, würde mir der Abschied genauso schwerfallen wie jetzt. Man weiß schließlich nie, wie viel Zeit einem noch bleibt, und noch bin ich fit und kann das Leben genießen. Außerdem: Einmal Pascal, immer Pascal. Ich wohne zum Glück so nah an der Schule, dass ich auch in Zukunft noch den Kontakt halten werde, z.B. durch Besuchen von Schulveranstaltungen oder durch Pflegen von freundschaftlichen Beziehungen mit Kolleginnen und Kollegen. Und den Elternsport mache ich auch weiter mit.“

Welcher Gegenstand steht denn nun für die Zukunft? „Die APO SI gebe ich gerne an meine Nachfolgerinnen in der Erprobungsstufenleitung ab, aber Kamera und Frösche werden mich natürlich weiter begleiten: Ich freue mich, bald mehr Zeit fürs Fotografieren, für meinen Garten, für meine Froschzucht zu haben – und für meine Familie!“

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Auch wir sind uns sicher: Langweilig wird es Lothar Bindewald nicht werden! Wir verabschieden uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge von Lothar Bindewald, danken ihm für sein großes Engagement für das Pascal‐Gymnasium, die vielfältigen Spuren, die er hinterlassen hat, und die unzähligen Fotos und wünschen ihm von Herzen alles Gute für die Zukunft!

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W I C H T I G

TheaterJugendRing 2018/2019

Ab sofort besteht für alle interessierten Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 wieder die Möglichkeit, sich für den TheaterJugendRing des Stadttheaters Münster anzumelden. Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie hier.

IServ am Pascal-Gymnasium

Die Vertretungspläne sind nur noch über IServ einsehbar! Entweder über die APP oder unter https://pascal.ms.de.

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EMail-Kommunikation mit dem Pascal-Gymnasium

Liebe Eltern, hiermit möchten wir Ihnen mitteilen, dass das Pascal-Gymnasium seit dem 2. Halbjahr des Schuljahres 2017/18 Elterninformationen, die nicht aus rechtlichen Gründen auf dem Postweg verschickt werden müssen, per Email versendet. Dazu gab es bereits einen Elternbrief, wir haben für Sie aber auch eine Möglichkeit eingerichtet, online Ihre Daten in diesem Formular anzugeben und somit Ihr Einverständnis zu erklären, dass wir Ihre Emaildresse für das Versenden dieser Elterninformationen nutzen dürfen. 

Betriebspraktikum der 9er - Dateneingabe

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