20170713 Abschied Kruse Rosch HP

Fast 20 Jahre haben sie im Lehrerzimmer am selben Tisch gesessen – nun werden Gabi Kruse und Frieda Rösch dort mehr als nur zwei leere Stühle hinterlassen, wenn sie mit dem Ende des ausgehenden Schuljahrs in den Ruhestand gehen.

Bevor jedoch das große Abschiednehmen von Schule, Schülern und Kollegen beginnt, stellen die beiden Damen sich – wie in den letzten Jahren üblich – in einem Interview mit der Pascal-Redaktion der Aufgabe, zu jedem ihrer Fächer (Deutsch und Französisch (KS) bzw. Philosophie, Französisch, Italienisch und Sozialwissenschaften (RS)) und zu ihren näheren Zukunftsplänen jeweils einen symbolischen Gegenstand mitzubringen.

So unterschiedlich die Gegenstände auch sind, die dann zu Beginn des Gesprächs auf dem kleinen Tisch im Lernstudio liegen, so sehr werden doch auch die Parallelen zwischen Gabriele Kruse und Frieda Rösch deutlich: Hier sitzen zwei, die sich verstehen und viel zu erzählen haben.

Die Gemeinsamkeiten der beiden beginnen – offensichtlich – beim gemeinsamen Geburtsjahrgang 1954, gehen über das gemeinsame Fach Französisch und die Liebe zu Frankreich, über längere Umwege zum Lehrerberuf bis zum Pascal-Gymnasium und besagtem gemeinsamem Tisch im Lehrerzimmer – und enden sicher nicht mit der Pensionierung. Aber dazu später mehr.

Als erste ergreift Gabi Kruse das Wort, hält einen kleinen Globus hoch und formuliert den Traum so vieler Lehrer: „Einen Gegenstand für die Zukunft zu finden war ganz leicht: Ich freue mich schon jetzt darauf, unabhängig von den Schulferien durch die Weltgeschichte reisen zu können! Ich stelle es mir wunderbar vor, mit dem Auto durch Frankreich zu fahren und ohne Zeitdruck einfach dort anzuhalten, wo es mir gerade gefällt.“ Schwieriger sei es da gewesen, Gegenstände für ihre Fächer Deutsch und Französisch zu finden: „So gern ich diese Fächer studiert und unterrichtet habe, in der Schule war mir eigentlich die Klassenlehrertätigkeit immer am wichtigsten. Als Deutschlehrerin war ich in den über zwanzig Jahren maximal 1-2 Jahre ohne Klassenleitung; daher habe ich ein ‚Rezept für eine gute Klassengemeinschaft’ als symbolischen Gegenstand für mein Lehrerleben mitgebracht.“ Die Begeisterung für das Klassenleiteramt, die Freude und das Interesse daran, die unterschiedlichen Schüler und Schülerinnen zu einer Gemeinschaft zusammenzuführen, merkt man ihr dabei deutlich an, und auch Frieda Rösch ist sofort Feuer und Flamme: „Das Rezept kenne ich auch noch von den Saerbeck-Fahrten. Überhaupt war es immer am schönsten, die Schüler außerhalb des Unterrichts auf den diversen Fahrten zu erleben. Daher habe ich eine Sonnenbrille und einen Seidenschal mitgebracht: Auf unseren Italien-Austauschen hatten wir fast immer schönes Wetter, und der Schal war ein Abschiedsgeschenk einer italienischen Kollegin. Diese Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Italiener haben mich und die Schüler immer sehr beeindruckt.“

Dabei war Italienisch nicht ihr ursprüngliches Studienfach: Die gebürtige Triererin, aufgewachsen in Hessen und Ostwestfalen, hatte nach dem Abitur 1973 eigentlich Französisch und Philosophie in Münster und Toulouse studiert. „Das Auslandsjahr war eine wunderbare Erfahrung – aber es hat auch dafür gesorgt, dass ich nach meinem Referendariat am Gymnasium Hammonense in Hamm leider keine Stelle bekam: 1984 gab es einen großen Einstellungsstopp, und wir frisch examinierten jungen Lehrer standen alle ohne Job da.“ Um ihre Einstellungschancen doch noch zu erhöhen, studierte Frieda Rösch erst Sozialwissenschaften, später noch Italienisch. „Meine vier Fächer habe ich also nicht aus übertriebenem Ehrgeiz studiert, sondern, weil die Situation es eben so mit sich brachte: Politik und Wirtschaft hatten mich immer schon interessiert, und da ich Frankreich schon kannte, wollte ich mir mit Italienisch ein neues Land erobern.“ In dieser Zeit knüpfte Frieda Rösch auch die ersten privaten Kontakte nach Brescia, denen das Pascal-Gymnasium später eine 15 Jahre andauernde Schulpartnerschaft mit dem Liceo Leonardo verdanken sollte. In den auf das Referendariat folgenden Jahren hielt sich Frieda Rösch mit anderen Tätigkeiten über Wasser: Zusammen mit anderen „Leidensgenossen“ gründete sie über die GEW Arbeitslosenstammtische, veranstaltete Demonstrationen, bei denen sie beispielsweise ihre abgelehnten Bewerbungen an Wäscheleinen aufgehängt quer über den Domplatz spannten, und führten ein Forschungsprojekt zum Thema „Lehrerarbeitslosigkeit in Münster“ durch. Ihr eigentliches Ziel, als Lehrerin zu unterrichten, verlor sie dabei nie aus den Augen, und so griff sie dankbar zu, als ihr eine Stelle am Lettischen Gymnasium angeboten wurde, wo sie insgesamt 14 Jahre Französisch und Deutsch für Ausländer unterrichtete. Als die Schule 1998 geschlossen wurde, kam sie durch einen glücklichen Zufall ans Pascal-Gymnasium – der Rest ist Geschichte.

Frieda Rösch schaut auf die diversen Lehrbücher ihrer Fächer und lächelt: „Das Unterrichten und Arbeiten mit Texten hat mir immer viel Spaß gemacht, besonders noch zu Zeiten von G9. Heute wird den Jugendlichen doch durch die verkürzte Schulzeit viel genommen.“ Ihre Tischnachbarin Gabi Kruse nickt, sie teilt diese Einstellung.

Gabi Kruse wurde im Landkreis Cloppenburg geboren und verbrachte ihre Jugend in Schleswig-Holstein an der Ostseeküste. Nach dem Abitur in Papenburg und dem ersten Staatsexamen in Hamburg zog es sie zum Referendariat nach Berlin. Auch ihr Weg ans Pascal-Gymnasium war alles andere als gradlinig, auch sie war von der großen Lehrerarbeitslosigkeit Mitte der Achtziger Jahre betroffen: Nach dem Referendariat in Berlin, wo sie insgesamt 13 Jahre lebte, arbeitete sie daher neun Jahre als Angestellte des Senats Berlin in der Abteilung Arbeit und Wirtschaft / Tourismus. „Ich habe an den Grenzkontrollpunkten, am Flughafen Tegel, im Europacenter und am Bahnhof Zoo Touristen betreut, Zimmer vermittelt und Berlinprogramme zusammengestellt. Dabei habe ich die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt – Erfahrungen, von denen ich heute noch profitiere.“ Kurz nach der Maueröffnung zog sie nach Münster und bekam ihre erste Anstellung als Lehrerin am Emslandgymnasium in Rheine. Seit 1996 unterrichtete sie am Pascal-Gymnasium.

Stundenlang könnten die beiden weitererzählen, viel haben sie bisher erlebt. Jetzt gehen zwei, die gerne Lehrerinnen waren, das spürt man in jedem Satz. „Nur zwei Korrekturfächer wir bei mir, das würde ich keinem empfehlen, der Lehrer werden möchte!“ rät Gabi Kruse.

Worauf sie sich am meisten freuen? Da sind sich Gabi Kruse und Frieda Rösch einig: „Die Unabhängigkeit.“ „Ich möchte jetzt noch mehr von der Welt entdecken. Französisch und Italienisch kann ich schon, jetzt lerne ich Spanisch“, sagt Frieda Rösch und hält ein Spanischbuch, ihren Gegenstand der Zukunft, in die Luft. „Kuba zum Beispiel finde ich wirtschaftlich und landschaftlich ganz spannend, da möchte ich unbedingt hin.“

Und Gabriele Kruse fügt hinzu: „Diese Freiheit ist ganz wunderbar: Jetzt kann ich einfach bei Frieda anrufen und sie fragen, ob sie spontan mit mir einen Städtetrip unternimmt.“ „Gute Idee, das machen wir“, kommt prompt die Antwort. Und es wird deutlich, dass diese Tischgemeinschaft auch außerhalb der Schule noch lange weitergeführt werden wird.

Wir verabschieden uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge von Gabi Kruse und Frieda Rösch, danken Ihnen für die gemeinsamen Jahre am Pascal-Gymnasium und wünschen Ihnen von Herzen alles Gute für die Zukunft!

W I C H T I G

Schuljahr 2017/2018

Wir freuen uns schon jetzt, Sie und Euch im neuen Schuljahr begrüßen zu dürfen! Die Materiallisten für die neuen 5. Klassen finden Sie hier.

Gruppenfoto der Abiturientia 2017

Download des Gruppenfotos der Abiturientia 2017: HIER...

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Schulplaner 2017/2018

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Die neuen Schulplaner für das Schuljahr 2017/2018 sind da! Schülerinnen und Schüler der Klassen 5-Q1, die ihre vorbestellten (d.h. durch Überweisung auf das Schulkonto bereits bezahlte) Schulplaner noch nicht erhalten haben, können diese am 1. Schultag nach den Sommerferien am Verkaufsstand in der Pausenhalle abholen. Schülerinnen und Schüler der neuen 5. Klassen erhalten ihre vorbestellten Schulplaner am ersten Schultag der neuen Fünfer. Restexemplare sind zum Stückpreis von 5 Euro ausschließlich über Barverkauf am Verkaufsstand in der Pausenhalle (nicht im Sekretariat) in der Schule zu beziehen. Die Termine sind nach den Ferien ab Mittwoch, 30. August 2017, immer in der 1. große Pause (solange der Vorrat reicht).

Schöne Sommerferien!

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Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
bevor wir Sie und Euch alle in die Sommerferien verabschieden möchten, haben wir noch eine sehr erfreuliche Nachricht:
Das Pascal-Gymnasium ist endgültig in den MINT-EC-Zirkel aufgenommen. Der Antrag war erfolgreich, im Rahmen der Schulleitertagung am 3./4. November 2017 in Kaiserslautern wird die Zertifizierung in einer Feierstunde erfolgen. Unser Dank gilt vor allem unserem MINT-Koordinator Herrn Breitenstein für seine umfangreichen Bemühungen in diesem Bereich, aber auch allen anderen KollegInnen, die an diesem äußerst erfreulichen Gesamtergebnis beteiligt waren.
 
Ein aufregendes Schuljahr geht zu Ende. In den letzten Monaten haben wir neben unserem „normalen Schulbetrieb“ anlässlich des 50-jährigen Jubiläums unserer Schule auch noch einige wunderbare Feiermomente erleben dürfen. Diese Höhepunkte werden uns hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben. Am 11. November steht noch die große Party auf dem Programm, auf der wir hoffentlich auch viele Ehemalige begrüßen können.
 
Für die Sommerferien wünschen wir allen interessante und entspannte Wochen. Hoffentlich sehen wir uns Ende August alle gesund wieder.
 
Ralf Brameier und Sabine Langenberg