... war das Thema einer Exkursion der beiden EF-Kurse Physik und Philosophie in die Münsteraner Innenstadt. Dabei wurde die Sicht des 17. Jahrhundert auf unsere Welt der modernen Vorstellung gegenübergestellt und erfahrbar gemacht.

Im Paulus-Dom erarbeiteten die Schüler*innen an der astronomischen Uhr aus dem 17. Jahrhundert die damalige Weltsicht: Die Erde steht fest und ruhend im Zentrum der Schöpfung von der Sonne in 24 Stunden umkreist. Dabei geht diese am Morgen im Osten auf, steht mittags um 12:00 Uhr am höchsten, geht abends im Westen unter und steht nachts auf der anderen Seite der Erde. Auch der Mond wird in Position und Phase richtig dargestellt und selbst die Planeten Venus, Mars, Jupiter und Saturn haben die richtige Stellung, so dass sie jeder am Nachthimmel finden kann. Dies schien den Teilnehmer*innen doch sehr vertraut. Ist es denn nicht genau so?

Ein anderer Blickwinkel auf das gleiche Phänomen lieferte die Installation von Gerhard Richter „TWO GRAY DOUBLE MIRROrS FOR A PENDULUM“ in der kaum 500 Meter entfernten Münsteraner Dominikanerkirche: Alle 10,6 Sekunden schwebt die Kugel dicht über dem Boden gemächlich hin und her. Dabei dreht sich die Schwingungsebene des rund 30 Meter langen Foucaultschen Pendels in 5 Minuten gut sichtbar um 1° im Uhrzeigersinn. Aber dreht sich die Schwingungsebene des Pendels oder die Kirche?

„Das Pendel hält die Richtung,“ zeigt Herr Breitenstein, Lehrer des Physikkurses, anhand eines kleinen mitgebrachten Pendels. Die einfachste Erklärung ist: „Wir alle drehen uns zusammen mit der Dominikanerkirche gegen den Uhrzeigersinn um das Pendel und mit uns dreht sich die ganze Erde.“

Das Weltbild des 17. Jahrhunderts scheint ruhig und vertraut. In Wirklichkeit bewegen wir uns jedoch mit rund 1000 km/h in Richtung Salzstraße von West nach Ost. Etwas beunruhigend finden die Schüler*innen. Darum verdrängen wir diese Tatsache im Alltag. Viel Platz zum Philosophieren und künstlerischen Verweilen, denn die Installation von Gerhard Richter mit den 4x 6 Meter hohen sich gegenüber hängenden grauen Spiegeln und dem Pendel über grauem Steinkreis im Zentrum der Dominikaner Kirche fordern von den Schüler*innen Ruhe, Muße und gleichzeitig Bewegung.

Nicht sehr schnell erschließt sich das Ganze, und Fragen kommen auf, die die Philosophie- und Kunstlehrerin Frau Hegmann in Kleingruppen anhand von Hintergrundinformationen zum Künstler und der Geschichte des Kunstwerks erläutert, um dessen Bedeutung im Ansatz zu verstehen.

Die Exkursion war eine rundum spannende Begegnung zwischen den verschiedenen Fächern, die im Schulalltag sonst so nicht stattfindet!

W I C H T I G

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