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Gleich zweimal fand in dieser Woche eine weitere Sonderveranstaltung zum 50jährigen Schuljubiläum des Pascal-Gymnasiums statt: Patrick Spottiswoode, Director of Globe Education, war der Einladung der Schule gefolgt und hielt vor begeistertem Publikum seine berühmte „Shakespeare Lecture“.

Ob er besonderes Bühnenlicht wünsche, fragt der mit der Technik betraute Lehrer den englischen Gast vor Beginn der Vorstellung. „Absolutely not!“ lautet die klare Antwort von Patrick Spottiswoode, aber die Saalbeleuchtung möge eingeschalten bleiben – und nur fünf Minuten später erklärt er dem Publikum den Grund: Zu Shakespeares Zeiten war das Theater ein anderes, damals konnten die Schauspieler die Zuschauer und ihre Reaktionen sehen und darauf eingehen – das Theater als wahrer „crowd pleaser“, nicht als heutiger kultureller Hochgenuss. Zu Shakespeares Zeiten war im Globe Theatre in London vieles anders, als man bei der (Schul-)Lektüre der englischen Meisterwerke vielleicht denken könnte, das wird den Zuhörern der „Shakespeare Lecture“ schnell klar. Shakespeare habe seine Werke weder zur stillen Lektüre im Sitzen noch für eine oft übliche Guckkastenbühne (Spottiswoode umschreibt sie treffend mit „Rechteck“) geschrieben – das widerspräche dem Wesen der Werke. Zur Veranschaulichung demonstriert er, dass ein von langen Monologen begleiteter Bühnenselbstmord aus A Midsummer Night’s Dream dem Schauspieler Gelegenheit gebe, jeden Teil des Publikums auf einer von drei Seiten einsehbaren Bühne wie der des Globe an der Dramatik der Szene teilhaben zu lassen – in einem „Rechteck“ würde dieser Effekt verpuffen.

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Apropos Effekte – die im 16. Jahrhundert gängige Praxis, dass Frauenrollen von Männer übernommen wurden, habe Shakespeare auf die Spitze getrieben und damit für komplexe Unterhaltung gesorgt. Mit Hilfe von „Freiwilligen“ aus dem Publikum (oder der „crowd“, um es mit Shakespeare zu sagen) demonstriert Spottiswoode die Komplexität des Spiels mit den Geschlechtern der Rollen in der Komödie Twelfth Night: „Yannick, ich habe eine Rolle für Dich, aber Du bist ein Mann, der dann eine Frau spielt, die einen Mann spielt – Du musst Dich also rasieren.“ Das Verwirrspiel geht mit den „Viola“, „Cesario“ und „Olivia“ weiter, am Ende weiß der Zuschauer nicht mehr, wer hier eigentlich wen liebt, Shakespeare löst es nicht endgültig auf – und Spottiswoode gönnt sich selbst und dem faszinierten Publikum eine kurze Pause.

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Frisch gestärkt widmet sich der Director of Globe Education dann nach der Pause der Sprache Shakespeares: Unvorstellbar, dass das Englische im ausgehenden 16. Jahrhundert, noch weit davon entfernt, Weltsprache zu sein, lediglich die Sprache des einfachen Volkes war. „Shakespeare wäre überrascht und begeistert, wenn er wüsste, dass seine Werke heute noch immer und in so viele Sprachen übersetzt aufgeführt werden.“ Dank Gutenberg und dem Beispiel Luthers sei es dem Mann aus Stratford-upon-Avon möglich gewesen, das Englische als Theatersprache zu etablieren, wobei er die Sprache durch Neologismen lateinischen und griechischen Ursprungs entscheidend erweitert habe. „Ein Wissenschaftler hat in Shakespeares Werken mehr als 17.000 verschiedene Wörter gezählt – ihm muss sehr langweilig gewesen sein. Die Bibel kommt mit nur rund 7.000 Wörtern aus: Shakespeare kannte also mehr Wörter als Gott“, erklärt Spottiswoode mit einem Augenzwinkern. All dieser Wörter habe Shakespeare in elegante Metrik gekleidet, wobei er durch raffiniertes Variieren des Versmaßes darauf geachtet habe, das Ohr des geneigten Zuhörer nicht zu langweilen. Zur Verdeutlichung lässt Spottiswoode das Publikum erst zwei Verse aus Romeo And Juliet auswendig lernen und diese dann unter höchstem Körpereinsatz laut im Chor vortragen – und die begeisterten Zuhörer folgen. Das souveräne Spiel mit den Versen erklärt Spottiswoode abschließend anhand eines Sonetts aus dem großen Liebesdrama – Liebe auf den ersten Blick in dichterischer Perfektion.

Nach 90 Minuten beendet Spottiswoode den Ausflug ins Globe Theatre, die Zuschauer in der bis zum letzten Platz gefüllten Aula des Pascal-Gymnasiums danken es ihm mit stehenden Ovationen. Schulleiter Ralf Brameier bedankte sich auf Englisch bei Patrick Spottiswoode für die unvergessliche Einführung in Shakespeares Welt, die allen sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Möglich wurde der Besuch dank der Organisation von Englischlehrer Hanns-Joachim Kraus und durch Förderung von S.E.T. Bremen.

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Im anschließenden Interview zeigte sich Patrick Spottiswoode beeindruckt von den Sprachkenntnissen der Pascaler: „Ich merke in den ersten fünf Sekunden, ob das Publikum meinen Vortrag versteht – deutsche Schüler haben viel Geduld mit fremdsprachlichen Vortragenden, sie verstehen fast alles.“ Ihm sei es ein Herzensanliegen, besonders den jungen Menschen Shakespeare und seine Sprache nahezubringen. „Dadurch, dass Shakespeare auf dem Lehrplan steht, halten Schüler ihn oft per se für uninteressant, das ist ganz natürlich“, so Spottiswoode. Dabei sei Shakespeare nie der Versuchung erlegen, sich sprachlich beim Volk anzubiedern, er habe zwar für das einfache Volk geschrieben, aber es nicht für dumm verkauft: „He didn’t dump down.“

Er wolle Shakespeare von seinem überhöhten Sockel holen, das angestaubte Bild zerstören und neu aufbauen. „Wenn meine Zuhörer nach meinem Vortrag Shakespeare eine zweite Chance geben wollen, habe ich mein Ziel erreicht.“ – Mister Spottiswoode, das haben Sie! Thank you very much!

- VA -

W I C H T I G

Schuljahr 2017/2018

Wir freuen uns schon jetzt, Sie und Euch im neuen Schuljahr begrüßen zu dürfen! Die Materiallisten für die neuen 5. Klassen finden Sie hier.

Gruppenfoto der Abiturientia 2017

Download des Gruppenfotos der Abiturientia 2017: HIER...

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Schulplaner 2017/2018

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Die neuen Schulplaner für das Schuljahr 2017/2018 sind da! Schülerinnen und Schüler der Klassen 5-Q1, die ihre vorbestellten (d.h. durch Überweisung auf das Schulkonto bereits bezahlte) Schulplaner noch nicht erhalten haben, können diese am 1. Schultag nach den Sommerferien am Verkaufsstand in der Pausenhalle abholen. Schülerinnen und Schüler der neuen 5. Klassen erhalten ihre vorbestellten Schulplaner am ersten Schultag der neuen Fünfer. Restexemplare sind zum Stückpreis von 5 Euro ausschließlich über Barverkauf am Verkaufsstand in der Pausenhalle (nicht im Sekretariat) in der Schule zu beziehen. Die Termine sind nach den Ferien ab Mittwoch, 30. August 2017, immer in der 1. große Pause (solange der Vorrat reicht).

Schöne Sommerferien!

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Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
bevor wir Sie und Euch alle in die Sommerferien verabschieden möchten, haben wir noch eine sehr erfreuliche Nachricht:
Das Pascal-Gymnasium ist endgültig in den MINT-EC-Zirkel aufgenommen. Der Antrag war erfolgreich, im Rahmen der Schulleitertagung am 3./4. November 2017 in Kaiserslautern wird die Zertifizierung in einer Feierstunde erfolgen. Unser Dank gilt vor allem unserem MINT-Koordinator Herrn Breitenstein für seine umfangreichen Bemühungen in diesem Bereich, aber auch allen anderen KollegInnen, die an diesem äußerst erfreulichen Gesamtergebnis beteiligt waren.
 
Ein aufregendes Schuljahr geht zu Ende. In den letzten Monaten haben wir neben unserem „normalen Schulbetrieb“ anlässlich des 50-jährigen Jubiläums unserer Schule auch noch einige wunderbare Feiermomente erleben dürfen. Diese Höhepunkte werden uns hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben. Am 11. November steht noch die große Party auf dem Programm, auf der wir hoffentlich auch viele Ehemalige begrüßen können.
 
Für die Sommerferien wünschen wir allen interessante und entspannte Wochen. Hoffentlich sehen wir uns Ende August alle gesund wieder.
 
Ralf Brameier und Sabine Langenberg